Segelspaß am Attersee

Gibt es Gründe unseren beiden, schön gelegenen Liegplätzen in Seebruck und Gollenshausen, mit Segelbooten unterschiedlicher Größen und Bauart, am nur 80 km entfernten Chiemsee, einen dritten Liegeplatz zu dem eine gut 30 km längere Wegstrecke führt und nur ein einziges Kajütboot für maximal vier Personen aufweisen kann, einzurichten?

In erster Näherung sprechen nicht viele Argumente für derartige Überlegungen. Zumal unsere Segelabteilung jahrelang ein Schiff , an unterschiedlichen Standorten, stationiert hatten und dem Vernehmen nach aufgrund geringer Akzeptanz, den zuletzt erhaltenen Liegeplatz in Kammer, im Frühjahr 20...??? aufgegeben hatte.

Zwar hat die WSG für eine Soling einen weitere Liegeplatz, leider befindet der sich jedoch seit 1987 fast an der tiefsten Stelle des Sees.

Eine zunächst kleine, jedoch rasch wachsende Mitgliederzahl, konnte sich durchaus vorstellen den etwas weiteren Weg in Kauf zu nehmen um ihren Sport in einem der attraktivsten Segelreviere des oberösterreichischen Salzkammergutes auszuüben.

In der Jahreshauptversammlung-März/2007 wurde der Antrag ein Kajütboot am Attersee zu installieren mit überwältigender Mehrheit befürwortet.
Die Suche nach einem geeigneten Liegeplatz gestaltete sich äußerst schwierig und es ist letztendlich nur einem glücklichen Zufall zu verdanken, dass das eingesetzte „Liegplatz-Findungsteam“ einen Platz ausfindig machen konnte, so dass es im Februar 2008 unseren damaligen WSG-Vorstand, Rainer Hofelich zu Vertragsunterschrift zum Attersee begleiten „durfte“.

Nun kamen zu den, im März 2007 formulierten Argumenten
- Gute Windverhältnisse ( auch an heißen Sonnentagen sind in der Regel thermische Winde vorhanden)
- Außenbordmotor kann bei Flaute benutzt werden ( ausgenommen Sommerferienzeit / Juli & August )
- Bessere Wasserqualität zum Schwimmen (die angegebne Trinkwasserqualität wurde im Rahmen eines Selbstversuches bestätigt)
- Erreichbarkeit vieler Ortschaften inkl. diverser gastronomischer Betriebe ist mit dem Boot gegeben
noch der Vorteil einen der besten Liegeplätze ergattert zu haben.

Auch wenn die Anfahrt über Mattighofen, Straßwalchen, Irrsee, Mondsee nach Steinbach am Ostufer, je nach Verkehrslage mit ca. 1:20 Std. etwas länger als der frühere Weg nach Attersee, bzw. Litzlberg oder Kammer ist, so kann man sich mit der Sichtweise des legendären chinesischen Philosopheen Lao-Tse „der Weg ist das Ziel“ über einen empfundenen Zeitverlust hinwegtrösten.

Unser Liegeplatz ist integraler Bestandteil des Föttinger-Anwesens, welches neben der kleinen Marina, ein ****-Hotel inklusive hervorragender Küche, eine der best ausgerüsteten Tauchstationen am Attersee, einem gut geführten Campingplatz, sowie ein Strandbad mit 3m-Sprungturm aufzubieten hat.
Schon 120 Jahre früher liebte es Gustav Mahler die Sommermonate der Jahre 1893 bis 1896 im Gasthof Föttinger zu verbringen. Dort hatte sich der berühmte Dirigent und Komponist eigens sein Komponierhäuschen am See eingerichtet. Heute steht dieses kleine, mit zeitgenössischen Utensilien ausgestattete, Häuschen auf der Liege- und Spielwiese hinter der Tauchbasis und kann bei Bedarf besichtigt werden.
Auch der Maler Gustav Klimt, sowie der Meistro Karajan hatten sich mit diversen Partnern am Attersee vergnügt.

Mehr über Kultur, die Geschichte und Geschichtchen, sowie andere Besonderheiten rund um den See kann man von Herrn Föttinger Senior höchstpersönlich erhalten, wenn es gelingt bei den in den Sommermonaten, Mittwochs um 10:00 Uhr, stattfindenden Rundfahrten einen der begehrten Plätze zu ergattern.
Da Liegeplatzinhaber den gleichen Status wie die Hotelgäste genießen, ist die Rundfahrt mit einem vom Königsee importierten Elektroboot Baujahr 19... , bei der man unter Anderem erfährt welche Villa von wem bewohnt wurde bzw, wird, für Segler kostenlos.

Unserer Kielyacht Euros, eine Dehler 22, wurde in der uns zugedachten Box, die durchaus auch für ein größeres Sportgerät geeignet ist, ein würdevoller Platz zugeteilt.

Geparkt wird normalerweise auf dem großen Parkplatz gegenüber dem Hoteleingang.
Für Segelfreunde mit viel und schwerem Gepäck ist die Einfahrt in den Campingbereich fast bis zum Bootssteg zum Ent- und Beladen jederzeit möglich.

Zunächst haben wir unseren Gästen, zwei 6 jährigen Wasserratten, unserem Enkelkind Frankie und deren Freundin Malou, die Beide in Brüssel aufwachsen und oft die belgische Küste unsicher machen, jedoch noch nie ein Segelboot in Aktion erlebt haben, die Euros näher gebracht.
Später zeigte es sich, dass unsere Erläuterungen, hinsichtlich ihres Verhaltens an Bord ganz offensichtlich auf fruchtbaren Boden gefallen sind.

Wir hatten die Euros für zwei Tage gechartert und erkundigten uns bei den Kleinen ob sie in einem Hotel, bzw. Ferienhaus oder lieber im Zelt übernachten wollen.
Wie aus der Pistole geschossen vernehmen wir „bitte zelten“.
Wir ergatterten uns einen Platz zwischen Tauchern, einem jungen Paar welches mit den Rädern aus Italien über die Alpen gefahren ist und einer Familie aus Franken die sich hier zu einem Bergwander-Campingurlaub eingerichtete hat.


Es wurde ca. 11:00 Uhr bis wir bei einem weisblauen Himmel, wie er eigentlich nur über Bayern erlaubt ist, aus dem Hafen gleiten und bei einem leichtem zweier Wind aus Ost Fock und Groß setzten.
Bei dem eingeschlagenen „Amwind-Kurs“ sah man unseren kleinen Gäste an, dass die leichte Kränkung zunächst eine gewisse Verunsicherung erzeugte.
Nachdem wir ihnen erklärten warum, wieso, weshalb ..... und überhaupt so etwas zum Segeln gehört, konnte das Schiff, nachdem der Wind auf 3 bis 4 Bft auffrischte, nicht schräg genug durchs Wasser pflügen.

Natürlich nahmen wir in geschützten Uferlagen mehrere Badestops vor, um den Schwimmbedarf der wasserhungrigen Mininixen zu decken.
Trotz Urlaubszeit finden wir an den, von vielen Gemeinden eingerichteten, Anlegemöglichkeiten immer wieder eine freie Box zum festmachen, um uns von dem kulinarischen Angebot, welches rund um den Attersee anzutreffen ist, überzeugen zu lassen.

Bei Kaffee, respektive Tee und Kuchen spitzen unsere stets mit Appetit gesegneten Zuhörer die Ohren, als wir Ihnen erzählen, dass der Attersee der größte, komplett im Land liegende See Österreichs, bis zu 171 m tief und 20 km lang ist.
Das die Wasserfläche 47 qkm und dass Wasservolumen 4 Mrd. qm (eine 4 mit 9 Nullen) beträgt hat die Beiden recht cool gelassen. Wir sind uns sicher dass sie mit diesen Neuigkeiten wenig anfangen konnten.

Nach einem weiteren Badegang machten wir uns, bei achterlichem Wind auf den Rückweg.
Ein wirklich schöner und abwechslungsreicher Segeltag, findet gegen 18:00 Uhr in unserer Box im „Föttinger-Hafen“ sein vorläufiges Ende.

Schön, dass der Campingplatz mit sauberen Sanitäranlagen eingerichtet ist, inklusive warmen Duschen.
Nachdem sich die Damenwelt fein gemacht hat ging es zum Abendessen auf die Föttinger-Terrasse, der auch ein kleiner Kinderspielplatz angeschlossen ist.
Rechtschaffen müde verkrümelten sich die frischgebackenen Jung-Seglerinnen in’s Zelt, so dass die Großeltern, bei sternenklarem Himmel eins/zwei Gläschen Wein genießen konnten.

Am nächsten Tag war nach dem Frühstück erst einmal Baden angesagt. Nach einigen Runden im doch recht frischen Wasser, hatte es Frankie und Malou der alte Holzsprungturm angetan.
In immer schnellerer Abfolge krachten die „Packetchen“ in das türkisblaugrüne Wasser.

Trotz Wassertemperaturen von ca. 19 Grad, hatten die beiden Wassernixen plötzlich große Lust auf ein Eis.
Das war die Gelegenheit die Segel zu setzen. Wir schwärmten den Beiden von einem Supereisbecher in der Badeanstalt von Nussdorf vor. Was dazu führte, dass wir überraschend flott auf Kurs-Nussdorf lagen.
Wir hatten nicht zu viel versprochen und erfreuten uns eine knappe Stunde später beim Anblick zweier glücklicher Eisvertilgerinnen.

Wieder war es bei 2 bis 3 Bft Wind aus SO ein idealer Schnuppersegeltag der nur durch diverse Badestops und Verpflegungspausen, diesmal aus der „Bord-Speisekammer“, unterbrochen wurde.
Den Abend ließen wir beim Mostwirt, wo unsere beiden „Damen“ sich mit anderen Kindern auf dem einsehbaren Spielplatz die Zeit vertrieben, ausklingen.
Im Zelt hörten wir uns gerne an, dass es heute noch viel schöner als Gestern gewesen sei und dass wir doch noch einen Tag länger bleiben sollten.
>Wir sagten den Beiden, dass wir das Boot nur für zwei Tage gechartert haben und deshalb morgen, vor dem Nachhausefahren lediglich noch einen ausgiebigen Badetag einlegen werden.
Anstelle einer Antwort vernahmen wir nur noch das gleichmäßige Atmen von zwei selig dahinschlummernder Freundinnen.

Am nächsten Tag wollte am Frühstückstisch, im Angesicht der Segelschiffsmasten, so gar keine Abreisestimmung aufkommen. Auch der Vorschlag nach dem Baden im See, auf dem Rückweg eine kleine Wanderung einzuschieben stieß eher auf Unverständnis als auf Begeisterung.
Ich erinnere mich, dass vor unserer Abfahrt unserm neuen Online-Chartersystem zu entnehmen war, dass die Euros nach unseren zwei Tagen noch nicht vergeben war.
Wir kontaktierten die SV-Wacker - Geschäfts= stelle und waren hoch erfreut zu hören, dass die Euros für den heutigen Tag noch frei ist.
Als das Telefonat beendet war, war sie es nicht mehr.

Trotzdem wurde vor der Bootsbesetzung, bei abermals sonnigem Wetter, dem kombinierten Schwimm-/Springritual Priorität eingeräumt.

Bis wir die Segel setzten hatte der Wind etwas zugelegt und sogar weit im Süden, bei Unterach konnten wir in Fahrt befindliche Segelschiffe ausmachen.
Kurs Unterach war angesagt und zunächst ging es auch flott voran, so dass sich bei unseren Jungseglerinnen keinerlei Badestopgedanken breitmachten.

Nach ca. 40 Minuten gönnte sich der Wind eine Verschnaufpause, so dass die Reststrecke zum Gästesteg direkt beim „Seehotel Zum Goldenen Anker“, vorbei an den alten oft liebevoll restaurierten, von blühenden Gärten umgränzten, villenartigen Häusern, unter Motor absolviert wurde.

Die mit Muringleinen ausgerüstete Steganlage erlaubte einen bequemen Heckausstieg, was dazu führte, dass die Bootsführung vom Gartenrestaurant aus, den ständigen Boot-/Wasser-/Boot-Wechsel unserer jungen Gäste stets unter Kontrolle hatte.
Gegen 16:00 Uhr meldete sich der Wind zurück, was uns veranlasste entlang der zum Teil
schlossartigen Villen, den Nachhauseweg anzutreten.
Ein frisches Lüftlein brachte uns zügig zur Föttingers Minimarnia, so dass wir bei noch relativ hoch stehender Sonne klar Schiff machen konnten.

Am letzten Abend wollten wir uns etwas besonderes genehmigen und begaben uns zum Abendessen nach Weyregg in das direkt am See gelegene Gartenlokal des traditonsreichen „k.u.k. Kaisergasthof“.
Während die kleinen Belgierinnen sich ihr Nationalgericht „Frittches“ mit Würstchen bestellten, liesen wir uns eine Attersee-Renke mit diversen Beilagen schmecken, zu der ein ausgezeichneter Grauburgunder aus der Steiermark serviert wurde.
Nur gut, dass wir weder Badeanzug noch Handtücher mitgenommen hatten, denn unsere kleinen Gäste wollten unbedingt vor dem Sonnenuntergang noch einmal ins Wasser.
Der Wind hatte sich gelegt und als bei immer noch angenehmen Temperaturen sich die Sonne anschickte hinter dem Westufer zu verschwinden, kam ein durchaus mediterranes Urlaubsgefühl auf.
Als wir uns auf den Nachhauseweg begaben hatten die Sterne sich bereits längere Zeit am Himmel eingerichtet, so dass alle zügig in ihre Schlafsäcke krochen.

Plötzlich war so etwas wir Böllerschüsse zu hören. Drei Damen waren sich schnell einig, dass
ein männliches Wesen doch mal nach dem Rechten sehen sollte.
Tatsächlich, vom Bootssteg konnte man das beeindruckende Feuerwerk anlässlich des Seefestes der Ortschaft Attersee, sozusagen aus der ersten Reihe betrachten.
Natürlich wollten sich das die übrigen Zeltinsassen nicht entgehen lassen und gesellten sich zu mir.
Eigentlich ein schönes Abschieds-Szenario, so dass wir nach der letzten Rakete sehr zufrieden wieder in unsere vorgewärmten Schlafsäcke verschwanden.

Am nächsten Morgen wurde aufgrund erneuten kaiserwetterähnlichen Bedingung nach dem Frühstück keineswegs zügig gepackt, sondern erst mal ausdauernd gebadet. Dabei beobachten unsere Beiden sehr genau die mit schwerem Tauchgerät ausgestatteten Gestalten, wie diese immer wieder für lange Zeit im See verschwinden.
Nur schwer war ihnen glaubhaft zu versichern, dass sie fürs Tauchen noch zu klein sind.

Auf dem Nachhauseweg musste ich immer wieder daran denken wie toll es wäre wenn in der schönen großen Box ein WSG-Schiff liegen würde, welches geeignet ist nicht nur kleinen, sondern auch stattlichen erwachsenen Gästen genügend Platz zu bieten, um auch bei herausfordernden Segelbedingungen, ohne Gedränge an Bord, die Annehmlichkeiten eines „Attersee-Törns“ genießen zu können.

Unter Umständen wäre das ja ein Antrag für die Jahreshauptversammlung im März 2013 ?!?!

Danke Karl-Heinz Langsdorf für den schönen Bericht

Schnuppersegeln auf der Bora

Wie auf unserer Webseite angekündigt, haben wir auch dieses Frühjahr wieder ein Schnuppersegeln ermöglicht.

Dieser Segeltag richtet sich an alle Interessenten im oder außerhalb des Sportvereins, die das Segeln unverbindlich ausprobieren wollen.
Es meldeten sich drei Segler-Aspiranten, einige mit und andere ganz ohne Seglererfahrung an: Andreas, Martin und Theo.
Das Wetter konnte fast nicht besser sein: Ein guter NO-Wind mit kurzen sonnigen Abschnitten in kühler Luft.
Die Bora, unsere sportlichste Kielyacht, pflügte elegant durchs Wasser und vermittelte das originale Segelgefühl. Zunächst kreuzten wir von Gollenshausen in Richtung Seebruck auf und beobachteten nebenbei eine Jollenregatta, bevor wir nach Süden drehten und mit Raumen Wind zur Fraueninsel abliefen. Je weiter wir zur Fraueninsel kamen, desto mehr baute sich durch den NO-Wind eine ordentliche Welle auf. In Lee der Insel ein ganz anderes Bild, schwacher Wind und ruhiges Wasser – passend zur Klosteratmosphäre der Fraueninsel vor der Touristen-Saison….

Wir umrundeten die Insel und kreuzten wieder zurück nach Gollenshausen.Es war ein gelungener, abwechslungsreicher Segeltag,vielleicht mit Appetit auf mehr!

Bericht: Ottmar

Fahrtensegeln

Das Fahrtensegeln ist ein fester Bestandteil der Wacker Segler Gruppe
Die Flotte der Wacker-Segler-Gruppe umfasst zur Zeit vier eigene Kajütboote, die an Liegeplätzen am Chiemsee und Attersee stationiert sind. Die Clubmitglieder können gegen eine kleine Gebühr die Segelboote tage- oder wochenweise chartern und damit bei frischem Wind sportlich, an heißen Sommertagen in Verbindung mit einem erfrischenden Bad nach Laune segeln.
Eine völlig andere Art des Segelns ist aber übers Meer zu treiben und im nächsten Augenblick den Gewalten der See ausgeliefert zu sein. Von den Mitgliedern werden jährlich mehrere Törns gefahren. In der letzten Saison besegelten Crews u.a. Küsten der Türkei und Kubas.